{"id":165,"date":"2019-07-01T13:39:03","date_gmt":"2019-07-01T13:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/klemenshippel.com\/?page_id=165"},"modified":"2019-07-01T13:39:03","modified_gmt":"2019-07-01T13:39:03","slug":"hoerprobe-mit-andreas-staier","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klemenshippel.com\/?page_id=165","title":{"rendered":"H\u00f6rprobe mit Andreas Staier"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie h\u00f6ren Musiker\nCDs? Worauf achten sie? Und wie beurteilen sie, was sie h\u00f6ren?\nAndreas Staier lie\u00df sich auf das Abenteuer ein und kommentierte CDs\nvon Kollegen, ohne zu wissen, was er h\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Andreas Staier\nCDs zu h\u00f6ren ist gef\u00e4hrlich. Da spiele ich ihm den sch\u00f6nsten Track\nauf einer meiner Lieblings-CDs vor \u2013 und er h\u00f6rt gleich eine\nSchw\u00e4che in der Interpretation. Und das Schlimme ist: Seit er es mir\nerkl\u00e4rt hat, h\u00f6re ich sie auch. Aber andererseits: Daf\u00fcr gibt es\n\u201eBlind geh\u00f6rt\u201c. Staier ist ein idealer Partner daf\u00fcr \u2013\nsekundenschnell ist er \u201ein\u201c einem St\u00fcck und kommentiert in einer\nanalytischen Detailliertheit, die man eher von akademischen Aufs\u00e4tzen\ngewohnt ist. Ein Musiker, der nicht nur exzellent spielen, sondern\nauch erkl\u00e4ren kann, warum er etwas so und nicht anders spielt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Jesu bleibet meine Freude (Choralbearbeitung)<br>Dinu Lipatti 1950; EMI 5 66988-2<\/strong><br>Dinu Lipatti war ein ph\u00e4nomenaler Pianist mit einem wahnsinnig tollen Klang. Manche seiner Bachaufnahmen finde ich wirklich sehr sch\u00f6n. Die atmen nicht den Geist der \u201eneuen Sachlichkeit\u201c wie viele Aufnahmen dieser Zeit. Da ziehe ich eine sch\u00f6ne sp\u00e4tromantische Interpretation allemal vor. Bei diesem Choral w\u00fcrde ich pers\u00f6nlich die Melodie nicht ganz so herausheben, das wird sonst leicht Musik f\u00fcr Bl\u00f6de. Ich erschrecke mich immer, wenn der erste Choralton kommt \u2013 der ist so trompetenlaut in diesem idyllischen St\u00fcck. Aber es ist gro\u00dfartig gespielt, die Stimmen im Hintergrund so gleichm\u00e4\u00dfig zu gestalten, ist rasend schwer. Man ist ja darauf trainiert, die Oberstimme hervorzuheben, aber hier ist der Choral oft in der Mittelstimme, sodass man mit dem ersten und f\u00fcnften Finger leise, mit dem dritten und vierten laut spielt. Das muss man erst einmal hinbekommen. Es ist jedenfalls schwerer als die Chromatische Fantasie und Fuge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnte man Lipattis Interpretation \u201everbessern\u201c durch die Erfahrungen mit der historischen Auff\u00fchrungspraxis, wie wir sie heute haben?<\/strong><br>Diese Frage kann man nicht beantworten. Wenn sich Lipatti daf\u00fcr interessiert h\u00e4tte oder eine Generation sp\u00e4ter geboren w\u00e4re, h\u00e4tte er sowieso ganz anders gespielt. Aber Horowitz hatte auch keine Ahnung von historischer Auff\u00fchrungspraxis, und seine Scarlatti-Sonaten sind trotzdem besser als fast alle anderen. Wie Lipatti spielt, ist in sich nicht zu verbessern. Ich finde vor allem das Tempo v\u00f6llig in Ordnung. Das ist h\u00e4ufig das Problem, Pianisten einer bestimmten Generation haben sich in den Tempi oft vergriffen \u2013 Lipatti nie. Tempi sind vielleicht das Allerwichtigste, man kann ein St\u00fcck durch nichts mehr verunstalten als durchs Tempo.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Wachet auf, ruft uns die Stimme BWV 645<br>(Bearbeitung f\u00fcr Klavier von Juan Jos\u00e9 Chuquisengo)<br>Juan Jos\u00e9 Chuquisengo 2004; Sony SK 93829<\/strong><br>(nach wenigen Takten) Das ist eine Art von Musik-Machen, die die Rhythmen so auffasst, als ob es ein Notendiktat w\u00e4re. &#8230; Das k\u00f6nnen wir ausstellen! Das ist so eine gestische Melodie mit den Pausen und den ganzen Vorhalten \u2013 dieses Z\u00f6gern, diese Augenblicke, in denen alles ratlos stehen bleibt, um sich dann wieder in Bewegung zu l\u00f6sen. Hier h\u00f6re ich nur Achtel und Sechzehntel, keine Gesten. Es gibt ja hier, wie so oft bei Bach, zwei Stimmen in einer, und das kommt \u00fcberhaupt nicht heraus. Das Z\u00f6gerliche dieses St\u00fccks, die Vorhalte, die eher nicht schmerzlich sind, sondern etwas S\u00fc\u00dfes haben. Klanglich ist das sehr kultiviert, aber rhythmisch finde ich es flach und unprofiliert. \u00dcber die Verzierungen reden wir jetzt gar nicht. Das Wesen einer Verzierung ist ja, dass sie immer einen Hauch von \u201ees k\u00f6nnte auch anders sein\u201c hat \u2013 hier h\u00f6rt man dagegen, wie gut das alles einstudiert ist. Das ist mit Sicherheit ein guter Pianist, wie er das klanglich abstuft, aber die Komponente des Schwungs, des Vorangehens und wieder Loslassens, das fehlt. Ich rede nicht von Rubato, nur davon, \u00fcber einem ganz gleichm\u00e4\u00dfigen Bass eine Melodie zu spielen, die lebt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dann kommt es vor allem auf den richtigen Rhythmus an?<\/strong><br>Rhythmus kann man eben nur schlecht notieren. Bei Streichern fragt man sich sogar, ob man \u00fcberhaupt Tonh\u00f6hen notieren kann, weil auch die Intonation dort einen expressiven Gehalt hat \u2013 nicht jeder Leitton ist gleich hoch. Beim Klavier entspricht jeder Ton genau einer Taste. Aber ein Sechzehntel ist nicht immer genau halb so lang wie ein Achtel. In dieser Aufnahme ist es das. Das ist das Problem, wenn man beim Klavierspielen gleich mit dem Notenlesen anf\u00e4ngt. Wenn man dagegen Zigeunerkapellen sieht, die die virtuosesten Sachen spielen, obwohl sie keine Noten lesen k\u00f6nnen: Die haben ein Gesp\u00fcr f\u00fcr Rhythmus, da erbleicht man vor Neid. Rhythmus ist immer ein gestisches Element, nicht nur ein Raster von doppelt oder halb so schnell.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sind Sie selbst mit der Zeit freier geworden?<\/strong><br>Ich hoffe es. Und wenn ich einmal alte Aufnahmen von mir anh\u00f6re, empfinde ich es auch so. Aber es geht erst einmal um eine Freiheit auf mikroskopischer Ebene \u2013 vier Sechzehntel-Noten, wo kommen die her, wo gehen die hin, wo h\u00e4ngen die dran? Es geht darum, frei in den Unterteilungen zu sein. Man muss versuchen, hinter die rhythmische Notation auf gedachte Gesten zu schauen und den Rhythmus auf dieser Ebene zu verstehen. Verstehen, warum es dieser Rhythmus ist und nicht ein anderer. Nicht Dinge hinzuf\u00fcgen, die nicht in den Noten stehen. Sondern mit dem Notentext, der dasteht, umgehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Italienisches Konzert BWV 971<br>Murray Perahia 2003; Sony SK 87326<\/strong><br>Zum Italienischen Konzert etwas zu sagen, f\u00e4llt mir sehr schwer. Das ist so bekannt \u2013 das m\u00fcsste man vielleicht wirklich mal 50 Jahre lang nicht spielen. Wenn ich Bach auf dem Klavier spielen w\u00fcrde, w\u00fcrde ich mir das nicht aussuchen. Ich w\u00fcrde um alle St\u00fccke einen Bogen machen, die mit zwei Manualen rechnen, weil es etwas ganz anderes ist, auf dem Klavier laut und leise zu spielen, als auf dem Cembalo das Manual zu wechseln. Die Manuale haben eine formale Bedeutung, nicht nur eine klangliche. Beim Klavier kommt man da immer auf Abwege, weil man L\u00f6sungen findet, die das Werk nicht sucht. Und gleichzeitig verliert man Dinge, die f\u00fcr das St\u00fcck konstitutiv sind. Ich finde das sch\u00f6n gespielt, aber ich w\u00fcrde den Tutti-Soli-Gegensatz deutlicher machen, auch in der Weise, dass das Tutti weniger individualistisch gespielt wird und das Solo daf\u00fcr mehr. Der Witz am zweiten Teil der Clavier\u00fcbung ist ja, dass Bach die Orchestergattungen der beiden wichtigsten Musiknationen, die franz\u00f6sische Orchestersuite und das italienische Violinkonzert, auf ein Tasteninstrument \u00fcbertr\u00e4gt. Das h\u00f6rt man in dieser Aufnahme nicht genug. Die Frage ist, inwieweit man dem einzelnen St\u00fcck die Einordnung in diesen riesigen Gesamtzusammenhang bei Bach anh\u00f6ren soll. Ich denke, dass man es sollte. Die Clavier\u00fcbung in ihren vier Teilen ist ein riesiges enzyklop\u00e4disches Unterfangen, bestimmte Dinge letztg\u00fcltig und in allen Facetten abzuhandeln. Das bestimmt zumindest meine Sicht auf die einzelnen Werke.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Sonata BWV 964<br>Andreas Staier 1998; Teldec Classics 3984-21461-2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woran erkennt man sich selbst beim Spielen?<\/strong><br>Ich muss gestehen, dass ich als Erstes den Cembaloklang erkannt habe, obwohl es nicht mein Instrument ist. Dieses Instrument hat einfach einen wunderbaren Klang. Aber das ist ganz schwer zu sagen, woran man sich erkennt \u2013 und vor allem ist es nicht immer erfreulich, sich zu erkennen. Diese Aufnahme ist aber ganz gut, finde ich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was w\u00fcrden Sie heute anders machen?<\/strong><br>Bei diesem Satz nicht viel. Das ist einer dieser S\u00e4tze, die man gar nicht interpretieren kann. Der ist so, wie er ist. Manche St\u00fccke erfordern \u00fcberhaupt keine Interpretation, und es ist das Schlimmste, was man Musik antun kann, dass man eine Interpretation wie Ketchup dr\u00fcbersch\u00fcttet. Dann wird es verlogen. Es interessiert doch auch niemanden, was ich gerade mit so einem Werk erlebe. Das ist der falsche Standpunkt. Bei manchen Allegri, auch in der Klassik, spielt man einfach nur mit einer bestimmten rhythmischen Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kann dann jeder Pianist, der es manuell beherrscht, das St\u00fcck gut spielen?<\/strong><br>Na gut, man muss grunds\u00e4tzlich eine bestimmte Haltung zum Rhythmus haben, die man heute in der Ausbildung eher ab- als anerzogen bekommt. Da habe ich viel probiert undnachgedacht und geh\u00f6rt \u2013 das R\u00fcstzeug braucht man nat\u00fcrlich. Das ist auch eine Technik: die Technik der Aussprache. Aber das ist ja noch nicht Interpretation. Man liest ein Buch, und wenn man die Sprache kennt, wei\u00df man, wie die gedruckten W\u00f6rter ausgesprochen werden. Das steht vor der Interpretation. Man muss als Erstes fragen: Was steht denn da? Und nicht: Wie wirkt das auf mich? In den Noten findet man ein Perpetuum mobile mit einigen Stolpersteinen, die das Ganze noch ein wenig bizarrer machen; einige 32tel, die dem Ganzen etwas Diabolisches, Hakeliges geben. Es flie\u00dft nicht einfach nur durch. Aber man muss das nicht interpretieren. Das ist genau wie beim ersten Pr\u00e4ludium aus dem Wohltemperierten Klavier \u2013 da gibt es doch auch nichts zu interpretieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tats\u00e4chlich? Ich habe noch nie eine wirklich befriedigende Version des St\u00fccks geh\u00f6rt.<\/strong><br>Wenn es daneben geht, dann vor allem deswegen, weil die Leute zu viel interpretieren. Weil sie denken: Das ist das erste Pr\u00e4ludium einer tollen, wichtigen monumentalen Sammlung \u2013 in Wirklichkeit ist es ein Warming-up, ein ziemlich intelligentes. Schon wie da die Fuge angedeutet ist in den Umrissen des Themas. Aber sonst gibt es nichts au\u00dfer Arpeggien. Wenn man da mehr macht, wird es sehr schnell zu einer Interpretation mit erhobenem Zeigefinger. Ich glaube, man darf da keinen Ehrgeiz haben. Nur das kommen lassen, was kommt. Blo\u00df nicht mit einer F\u00fclle von guten Absichten an dieses St\u00fcck gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Johann Sebastian Bach: Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903<br>Edwin Fischer 1931; Klavier-Kaiser Band 2. S\u00fcddeutsche Zeitung<\/strong><br>Fischer hat einen bestimmten Klang, den man schnell heraush\u00f6rt. Er kann auf dem Klavier ein Gewebe spielen, das schillert, in dem mal dieses, mal jenes herauskommt, ohne dass es Ecken gibt. Das macht er besser als irgendjemand sonst. In dieser Phantasie h\u00f6rt man das nat\u00fcrlich gerade nicht. Mal sehen, was er jetzt macht. &#8230; Dass die Arpeggio-Stelle so lyrisch losgeht, ist mit Sicherheit nicht gemeint, aber er macht es so sch\u00f6n, dass man nichts dagegen sagen kann. Gemeint sind sicherlich gro\u00dfe, rauschende Kl\u00e4nge und nicht so etwas Mysteri\u00f6ses. Aber wenn das jemand so atemberaubend sch\u00f6n macht &#8230; Hier auch wieder \u2013 Klasse! So habe ich das noch nie geh\u00f6rt, Choral und Arpeggiando gleichzeitig. Da merkt man, wie gut die Musik ist. Und hier spielt jemand, der so bei der Musik ist \u2013 trotz allem hat man nie das Gef\u00fchl, dass er der Musik etwas \u00fcberst\u00fclpt. Ich finde das glaubw\u00fcrdig, obwohl ich es nie so spielen w\u00fcrde. Jeder Triller von der Hauptnote, x Noten dazugedacht \u2013 das ist alles falsch. Aber wen st\u00f6rt\u2019s?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Domenico Scarlatti &#8211; Sonate K 248; Sonate K 206<br>Teodoro Anzellotti (Akkordeon) 2001; Winter &amp; Winter 910 062-2<\/strong><br>(nach langem Zuh\u00f6ren) Das ist eigentlich ganz sch\u00f6n. Allerdings ist die Ansprache des Instruments bei Allegro-St\u00fccken nat\u00fcrlich langsamer als auf jedem Tasteninstrument. K\u00f6nnen wir etwas Langsames h\u00f6ren? &#8230; Vielleicht ist Scarlatti ja nicht ideal f\u00fcr Transkriptionen auf dieses Instrument, weil er so oft etwas von Gitarrenmusik hat, und die ist in der Klangentwicklung das exakte Gegenteil zum Akkordeon. Aber es hat seinen eigenen Charme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welches Instrument bevorzugen Sie denn f\u00fcr Scarlatti?<\/strong><br>Das ist keine leichte Entscheidung. Scarlatti steht schon in der Mitte zwischen Klavier und Cembalo. Die temperamentvollen St\u00fccke mit den Acciaccaturen wirken sicher sehr viel besser auf dem Cembalo, einige der gesanglichen sind sehr sch\u00f6n auf dem Klavier.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Domenico Scarlatti: Sonate K 384<br>Christian Zacharias 2001; MDG 940 1142-6<\/strong><br>Die Sonate kenne ich gar nicht. &#8230; Ich versuche gerade mir vorzustellen, was die wohl f\u00fcr eine Vortragsbezeichnung und Taktart hat. Nicht sagen! Es kommt mir so vor, als ob das eigentlich ein langsames alla breve w\u00e4re, was hier in einem Vierer gespielt wird. Soll ich mal nachschauen? (Staier geht in den Keller und kommt mit der Notenausgabe wieder.)<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie mir vielleicht verraten, woher Sie wissen, dass ein St\u00fcck, das Sie gar nicht kennen, alla breve notiert ist?<\/strong><br>Weil der harmonische Rhythmus nicht f\u00fcr einen Vierertakt spricht. Alla breve sagt ja vor allem etwas \u00fcber die Ereignisdichte aus. Es ist nicht immer doppelt so schnell. Hier ist das Problem, dass der Pianist f\u00fcr alles ein bisschen zu viel Platz hat, eine zu kleine Linie, weil er in vier denkt, nicht in zwei. Man k\u00f6nnte auch in diesem Tempo alla breve spielen, obwohl das sehr schwer und heikel w\u00e4re. Aber er tut es nicht. Jetzt zum Beispiel: Da muss er nachdr\u00fccken, weil er zu viel Zeit hat. So einfach das mit den Tempi in der ersten oder zweiten Klavierstunde zu erkl\u00e4ren ist, so schwierig ist es umzusetzen. Und die F\u00e4higkeit, ein alla breve richtig zu machen, ist fast verloren gegangen. Man sieht das oft in Konzerten: Die Dirigenten dirigieren alla breve grunds\u00e4tzlich in vier und manche Vierer daf\u00fcr alla breve. Dann passiert das, was man hier h\u00f6rt: Es schwingt auf der falschen Spur. Es ist klanglich sehr sch\u00f6n, dieses Verhangene, etwas Melancholische. Aber es wird gleichzeitig zu schnell und zu langsam. Das Metrum ist zu schnell und das absolute Tempo zu langsam.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Domenico Scarlatti: Sonate K 213<br>Linda Nicholson 2004; Capriccio 67122<\/strong><br>Das ist sehr sch\u00f6n! Auch ein sehr sch\u00f6nes, anr\u00fchrendes Instrument. Ich kenne die Sonate in- und auswendig und w\u00fcrde manches anders machen. Ich w\u00fcrde es am Schluss ein bisschen beil\u00e4ufiger raffen, etwas schneller machen, ohne dass es nach accelerando klingt, es jedenfalls nicht mehr so wichtig nehmen. Aber das ist egal. Wie sie in die Wiederholung gegangen ist, und es wird noch einsamer da oben \u2013 toll. Und wenn es sich hier pl\u00f6tzlich nach Dur wendet \u2013 ist das nicht ein wundervoller Moment? Es gibt keine sch\u00f6nere Musik f\u00fcr Tasteninstrumente als Scarlatti!<\/p>\n\n\n\n<p>Urspr\u00fcnglich erschienen in Partituren 8 (2007) <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie h\u00f6ren Musiker CDs? Worauf achten sie? Und wie beurteilen sie, was sie h\u00f6ren? 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