{"id":75,"date":"2019-06-17T16:16:16","date_gmt":"2019-06-17T16:16:16","guid":{"rendered":"http:\/\/klemenshippel.com\/?page_id=75"},"modified":"2019-06-17T16:28:41","modified_gmt":"2019-06-17T16:28:41","slug":"lieber-zu-fus-zu-gehen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/klemenshippel.com\/?page_id=75","title":{"rendered":"\u201elieber zu fus zu gehen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mit Mozart auf\nReisen<\/h4>\n\n\n\n<p>Ziemlich genau ein\nDrittel seines kurzen Lebens hat Wolfgang Amad\u00e9 Mozart auf Reisen\nverbracht, wie die Musikforscher minuti\u00f6s nachgerechnet haben.\nLondon, Paris, Prag oder Berlin fallen dem Mozart-Fan da spontan ein.\nUnd glaubt man den Aufzeichnungen eines Salzburger Benediktiners,\nhatte die Familie Mozart noch vielmehr vor: Man werde \u201ein b\u00e4lde\ngar das ganzeScandinavien, und das ganze Russland, und vielleicht gar\nin das China reisen\u201c, notierte er 1766 in seinem Tagebuch \u2013 da\nwaren die Mozarts gerade von ihrer dreieinhalbj\u00e4hrigen Europareise\nzur\u00fcckgekehrt. Nicht dass sie die ganze Zeit wirklich auf Achse\ngewesen w\u00e4ren \u2013 allein in London blieben sie \u00fcber ein Jahr, in\nParis f\u00fcnf Monate. (Auch bei seinem zweiten Aufenthalt hielt sich\nMozart ein halbes Jahr in der franz\u00f6sischen Hauptstadt auf.) \n<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"583\" src=\"https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/carte.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-78\" srcset=\"https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/carte.png 800w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/carte-300x219.png 300w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/carte-768x560.png 768w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/carte-132x96.png 132w\" sizes=\"(max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Die Post-Carte aus dem  Jahre 1793 zeigt die damaligen bayerischen  Poststationen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Heute w\u00fcrde man\nsolche Unternehmungen eher einen Auslandsaufenthalt als eine Reise\nnennen, und mit derselben Motivation, die viele Studenten heutzutage\nein Auslandssemester einlegen l\u00e4sst, reisten auch die Mozarts:\nLeopold wollte f\u00fcr die bestm\u00f6gliche Ausbildung seines Sohnes\nsorgen. Mozart selbst hat dieses Motiv 1778 in einem Brief aus Paris\nformuliert: \u201eohne reisen (wenigstens le\u00fcte von k\u00fcnsten und\nwissenschaften) ist man wohl ein armseeliges gesch\u00f6pf! &#8230; ein\nMensch von mittelm\u00e4ssigen talent bleibt immer mittelm\u00e4ssig, er mag\nreisen oder nicht \u2013 aber ein Mensch von superieuren talent (welches\nich mir selbst, ohne gottlos zu seyn, nicht absprechen kan) wird \u2013\nschlecht, wenn er immer in den nemlichen ort bleibt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Um das zu\nverhindern, besuchte Mozart viele musikalische Zentren seiner Zeit.\nIn Mannheim begegnete er der damals f\u00fchrenden Orchestermusik, in\nLondon Johann Christian Bach. Ob Mailand oder Paris, Mainz oder\nM\u00fcnchen \u2013 \u00fcberall gab es Kollegen, von denen man lernen konnte.\nUnd nat\u00fcrlich Auftr\u00e4ge oder Anstellungen, die Mozart gerne gehabt\nh\u00e4tte. Nur: Um in diese Musikzentren zu gelangen, brauchte man\nWochen oder gar Monate. Und wie m\u00fchselig das war, davon kann man\nsich heute kaum eine Vorstellung machen. Zun\u00e4chst einmal war es mit\nden \u201eStra\u00dfen\u201c so eine Sache. Als Leopold Mozart in L\u00fcttich auf\ndie gepflasterte Stra\u00dfe nach Paris st\u00f6\u00dft, ist er sehr erstaunt \u2013\nund wenig begeistert, weil sie ihm \u201eWagen, R\u00e4der, und sonderlich\ndas Eisenwerck angreift und zu Grunde richtet\u201c. Gew\u00f6hnt ist er\nganz anderes: Erdwege, auf denen man im Sommer im Staub, im Winter im\nSchlamm versinkt und die gelegentlich mit \u00c4sten, Str\u00e4uchern oder\nSteinen aus dem Acker \u201everbessert\u201c werden. Man f\u00e4hrt eben \u00fcber\n\u201eStock und Stein\u201c. Da ist man schon froh, wenn man \u00fcberhaupt\nvorankommt \u2013 am Rhein sind die Wege so \u201eelend\u201c, dass die\nReisenden \u201evon hier bis Bonn und K\u00f6lln zu wasser gehen m\u00fcssen,\nwann wir auf der Strasse, die oft hart am Rhein gehet, nicht wollen\nin den Rhein geworfen werden, oder sonst den Hals brechen\u201c,\nberichtet Leopold aus Koblenz. Und Wolfgang schreibt von seiner\nBerlinreise 1789: \u201eWir glaubten Samstags nach Tisch in Dresden zu\nseyn, kamen aber erst gestern Sonntags um 6 Uhr Abends an; \u2013 so\nschlecht sind die Wege.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich musste\nman dabei alle paar Kilometer die Pferde wechseln. Die Poststationen\nauf den Strecken hatten zwar stets gen\u00fcgend Pferde vorzuhalten \u2013\ntheoretisch. Doch wenn man Pech hatte, bekam man gar keine Pferde,\nhohe Herrschaften hatten alle mit Beschlag belegt: \u201eMein Umstand\nwar nun darauf b\u00f6ser oder schlimmer, weil der Herzog alle Pferde von\nder Post und den Lohngutschern weg hat\u201c, beklagt sich Leopold\neinmal. Oder: \u201eUm 8 uhr morgens die uns schon um 4 uhr fr\u00fche\nversprochene Postpferd bekommen\u201c. Um vier Uhr in der Fr\u00fche? In der\nTat brach man oft zu solch unchristlicher Zeit auf. Immer wieder\nfinden sich in den Aufzeichnungen der Mozarts fr\u00fche Abfahrten\nmorgens um halb sechs oder sechs \u2013 und als sei das nicht fr\u00fch\ngenug, war man vorher noch in der Messe gewesen. Vielleicht, um f\u00fcr\ngutes Wetter zu beten \u2013 bei den teilweise halboffenen Kutschen\nbesonders wichtig. Nur zu leicht konnte es einem gehen wie Mutter\nMozart, die von der Parisreise ihrem Mann ihr Leid klagt: \u201edie 2\nlesten t\u00e4ge aber hat uns der wind fast ersticket, und der Regen\ners\u00e4uffet, das w\u00fcr beyde in wagen waschnass sein worden, und sch\u00fcr\nnicht mehr schnaufen gek\u00f6nt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Kam man dann\ngl\u00fccklich an einem Etappenziel an und wollte \u00fcbernachten, konnte\nman auch so manche \u00dcberraschung erleben. \u201eIn einem Wirtshause wo\nnur Fuhrleute f\u00fcttern\u201c ist die T\u00fcr \u201ebest\u00e4ndig offen, darum\nhatten wir sehr oft die Ehre, da\u00df uns die Schweine einen Besuch\nabstatteten und um uns herum gruntzten\u201c, berichtet Leopold aus\nL\u00fcttich. Da hatte er noch Gl\u00fcck: Der Herzog von W\u00fcrttemberg\nbeschwert sich 1786, dass er in Rastatt \u201enoch Ratten aus denen\nZimmern fangen\u201c musste. Und Mutter Mozart erz\u00e4hlt aus Mainz: \u201eJezt\nsind w\u00fcr gott lob einmahl aus den w\u00fcrthshaus ausgezogen, und haben\nein saubres zimmer, mit 2 sch\u00f6nen bettern.\u201c Ja, wer schlau ist,\nnimmt sein eigenes zerlegbares Bett mit auf Reisen \u2013 wie Goethe es\nzu tun pflegte. Und war so vor bei\u00dfenden und stechenden Insekten\netwas besser gesch\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon das Antreten\neiner Reise war ganz sch\u00f6n kompliziert. Der Reisende hatte sich\neinige Tage vor der Abfahrt zu melden. F\u00fcr die schnellere Extrapost\nreichte ein Tag oder einige Stunden vorher, daf\u00fcr musste man sich\nhier einen Pass ausstellen lassen, ohne den man nicht aus dem Tor\ngelassen wurde. Streng verboten war es, nicht eingeschriebene\nReisende zu bef\u00f6rdern, oder auch Reisende zu beg\u00fcnstigen, die beim\nPostwirt \u201elogiert und gute Zeche gemacht haben\u201c, wie eine\nDienstanweisung von 1748 vorschreibt. Und war eine Kutsche voll\nbesetzt, musste das mittels der Briefpost den vorw\u00e4rts liegenden\nStationen gemeldet werden, damit die sich mit Pferden und Nebenwagen\nversorgen konnten. Wenn es denn auf der Strecke, die man zu nehmen\ngedachte, \u00fcberhaupt eine regelm\u00e4\u00dfige Postverbindung gab. Was zum\nBeispiel f\u00fcr die Strecke Salzburg \u2013 M\u00fcnchen erst seit Ende 1762\ngilt. Zu sp\u00e4t f\u00fcr die erste Europareise der Mozarts, die man\ndeshalb mit dem eigenen Wagen antrat.<\/p>\n\n\n\n<p>Werfen wir einen\nBlick auf diese Strecke, die Mozart oftmals zur\u00fccklegte: knapp 130\nKilometer, nach damaliger Rechnung 17 Meilen \u2013 oder 8,5 Posten.\nHeute ein Katzensprung, mit der Bahn braucht man 90 Minuten. Damals\nein Abenteuer, wenn man Johann Kaspar Riesbecks Schrift \u201eBriefe\neines reisenden Franzosen \u00fcber Deutschland\u201c aus dem Jahre 1775\nglaubt: \u201eDer Weg von M\u00fcnchen [nach Salzburg] ist sehr traurig. Er\ngeht durch eine ungeheure Ebene, die nur hie und da von kleinen\nAnh\u00f6hen unterbrochen wird. Das viele Schwarzholz, die elenden, d\u00fcnn\nzerstreuten Bauernh\u00fctten, der Mangel an St\u00e4dten, die Unsicherheit\nvor R\u00e4ubern, alles macht einen soviel als m\u00f6glich aus Bayern\nhinauseilen. Auf dem langen Wege von siebzehn deutschen Meilen sieht\nman keinen nennensw\u00fcrdigen Ort als das schwarze Wasserburg in seinem\ntiefen Loch zwischen \u00f6den Sandh\u00fcgeln, wodurch sich der Inn kr\u00fcmmt\nund zwischen denen er eine Erdzunge bildet, worauf der Ort sehr\nseltsam sitzt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ob Wolfgang Amad\u00e9\nund sein Vater diese Strecke auch so empfunden haben? Immerhin war\ndie erste H\u00e4lfte dieses Weges gleichzeitig der zu einem ihrer\nliebsten Ausflugsorte in der N\u00e4he von Salzburg: dem Kloster Seeon.\nDie Benediktiner, die das dortige Kloster um 994 gegr\u00fcndet hatten,\nhatten enge Kontakte nach Salzburg, und die Mozarts sind deshalb oft\nhier gewesen. Gleich zwei Werke Mozarts wurden f\u00fcr die Klosterkirche\ngeschrieben und dort uraufgef\u00fchrt, und auch an der Orgel lie\u00df sich\nMozart oft h\u00f6ren. 1780 war er das letzte Mal da und spielte. 1778\nversucht Vater Mozart gar, seinem Sohn damit die R\u00fcckkehr in das\nungeliebte Salzburg schmackhaft zu machen: Man k\u00f6nne doch von hier\nin 18 Stunden in M\u00fcnchen sein, \u201ewohin wir, so gut als auf Seeon,\neine spazierreise machen k\u00f6nnen\u201c. Da hat er allerdings im\nInteresse der Sache etwas \u00fcbertrieben \u2013 an einem Tag war die\nStrecke Salzburg-M\u00fcnchen nicht zu schaffen, wie aus seinen eigenen\nAufzeichnungen hervorgeht. Leopold machte stets in Wasserburg Rast,\nnach guten 12 Stunden Fahrt von Salzburg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" width=\"780\" height=\"503\" src=\"https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/seeon_kloster.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-79\" srcset=\"https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/seeon_kloster.png 780w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/seeon_kloster-300x193.png 300w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/seeon_kloster-768x495.png 768w, https:\/\/klemenshippel.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/seeon_kloster-149x96.png 149w\" sizes=\"(max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><figcaption>Kloster Seeon<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unterbrochen wurde\ndie Reise von Salzburg nach M\u00fcnchen aber nicht nur durch die\n\u00dcbernachtung in Wasserburg. Diverse Poststationen befanden sich an\nder Strecke, die zum Pferdewechsel und zur Rast einluden. In sch\u00f6ner\nRegelm\u00e4\u00dfigkeit im Abstand von 15 bis 20 Kilometern. Ihre Geschichte\nreicht zum Teil bis ins fr\u00fche 16. Jahrhundert zur\u00fcck, denn hier\nverlief die alte Salzstra\u00dfe von Reichenhall nach M\u00fcnchen, die schon\nim Mittelalter von Bedeutung war \u2013 in Wasserburg gingen schon im\nJahre 1587 10.000 salzbeladene Fuhrwerke \u00fcber die Innbr\u00fccke, 14.000\nwaren es im Jahr 1630. Und auch die Taxis\u2019sche Post zwischen\nBr\u00fcssel und Wien, die 1506 ihren Dienst aufgenommen hatte, f\u00fchrte\nhier entlang.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dieser alten\nPoststationen ist die in Frabertsham, \u00fcber die Wolfgang Amad\u00e9 1777\nberichtet: \u201eWir sind Gott Lob und Dank gl\u00fccklich zu Waging, Stain,\nFerbertshaim und Wasserburg angekommen.\u201c Sie befindet sich noch an\nOrt und Stelle und ist, wenn auch keine Post mehr, so doch ein\nGasthof. Eine Gedenktafel erinnert an die illustren Reisenden, die\nregelm\u00e4\u00dfig durchkamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Leopold erw\u00e4hnt\nden Ort in seinen Briefen: Hier bekam er einmal, zu Filzschuhen \u00fcber\nden Stiefeln und Fu\u00dfs\u00e4cken, mit denen er sowieso schon ausger\u00fcstet\nwar, \u201eeinen grossen Buschen Heu\u201c in die Kutsche gelegt, so dass\ner seine Fu\u00dfs\u00e4cke \u201emit Heu v\u00f6llig umstecken und \u00fcberlegen\u201c\nkonnte. Ein \u201eDorf\u201c mit acht H\u00e4usern, war das kleine Frabertsham\nnoch 100 Jahre sp\u00e4ter, aber einen Postmeister gab es schon seit\nmindestens 1620. Der hatte, laut einem Bericht von 1750, \u201e2 Knecht,\n1 Ordinarijungen, 8 Pferde; ist mit 2 halbbedeckten viersitzigen\nW\u00e4gen und 2 Calaischen versehen\u201c. Vielleicht haben die Mozarts\nhier sogar einmal \u00fcbernachtet. Meistens sind sie aber wohl weiter\nins nahe gelegene Wasserburg gefahren, um dort im \u201eGoldenen Stern\u201c\nzu \u00fcbernachten. \u201eZu Wasserburg beim Stern ist man unvergleichlich\nbedient. Ich sitze da wie ein Prinz\u201c, schreibt Wolfgang 1777. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Sein Vater hat\nWasserburg vielleicht in nicht ganz so guter Erinnerung: \u201e2 Stund\nausser Wasserburg brach uns ein hinteres Rad in St\u00fccken. &#8230; Den\n\u00fcbrigen Weeg machte ich und der Sebastian im Nahmen Gottes per pedes\napostolorum fort um mit unsern schweren C\u00f6rpern dem blessierten\nwagen kein neues Ungemach zuzuziehen. &#8230; Es hie\u00df der Wagen w\u00fcrde\nbis heut fr\u00fche, folglich in Tag und Nacht restituirt seyn. \u2013 \u2013\naber ja! Einen blauen teufl! \u2013 \u2013 wir hoften bis nach tische\nweiter zu kommen. \u2013 \u2013 vergebens! &#8230; Dann vor der Nacht wird die\nCur nicht zu Ende seyn. Es heist also: sitz auf, und bleibe heut\nnacht noch hier. &#8230; morgen abends, wen gott will, werden wir\nhoffentlich in M\u00fcnchen seyn.\u201c Immerhin, die Zeit wusste Leopold zu\nnutzen \u2013 er brachte seinem Sohn rasch das Pedalspiel auf der Orgel\nbei und berichtet dann stolz: \u201eDavon er dann gleich stante pede die\nProbe abgeleget, den schammel hinweg ger\u00fcckt, und stehend\npraeambulirt und das pedal dazu getretten, und zwar so, als wenn er\nes schon viele Monate ge\u00fcbt h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Von Wasserburg waren\nes dann \u201enur noch\u201c acht oder neun Stunden bis M\u00fcnchen. Aber auch\ndiese Strecke zur\u00fcckzulegen war kein Spa\u00df, wie Mozart 1780 aus\nM\u00fcnchen berichtet: \u201eGl\u00fccklich und vergn\u00fcgt war meine Ankunft! \u2013\ngl\u00fccklich, weil uns auf der Reise nichts widriges zugestossen, und\nvergn\u00fcgt, weil wir kaum den Augenblick, an ort und Ende zu kommen,\nerwarten konnten, wegen der obwohl kurzen doch sehr beschwerlichen\nReise; \u2013 denn, ich versichere Sie, da\u00df keinem von uns m\u00f6glich war\nnur eine Minute die Nacht durch zu schlafen \u2013 Dieser Wagen st\u00f6\u00dft\neinem doch die Seele heraus! \u2013 und die Sitze! \u2013 hart wie stein! \u2013\nVon Wasserburg aus glaubte ich in der that meinen Hintern nicht ganz\nnach M\u00fcnchen bringen zu k\u00f6nnen! \u2013 er war ganz schwierig \u2013 und\nvermuthlich feuer Roth \u2013 Zwey ganze Posten fuhr ich die H\u00e4nde auf\ndem Polster gest\u00fctzt, und den Hintern in l\u00fcften haltend \u2013 doch\ngenug davon, das ist nun schon vorbey! \u2013 aber zur Regel wird es mir\nseyn, lieber zu fus zu gehen, als in einem Postwagen zu fahren.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Mozart auf Reisen Ziemlich genau ein Drittel seines kurzen Lebens hat Wolfgang Amad\u00e9 Mozart auf Reisen verbracht, wie die Musikforscher minuti\u00f6s nachgerechnet haben. 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